Brigitte Moshammer-Peter aktuelles

Jede Woche beantwortet WOMAN-Sexpertin Brigitte Moshammer eine große FRAGE zum Thema LIEBE.

Diesmal: WO SIND DIE HOTSPOTS DES MANNES?

Die Frage:

Eigentlich dachte Julia immer, dass beim Mann der Penis die erogenste Zone ist. Nun hat sie ein neuer Lover vor kurzem eines Besseren belehrt: Auch Hoden, Prostata und Perineum (die Region, die zwischen After und Hoden liegt) zählten zu seinen sinnlichen Zonen.
Julia war ordentlich überrascht, vor allem von der Prostata als Erotik-Bereich. Und auch etwas überfordert, denn sie hat nichts und niemanden gefunden, der ihr Auskunft darüber geben konnte, wie sie diese Bereiche am besten stimuliert. Gibt's da also ein paar „Zaubertricks oder -Griffe "? 

Die Sexpertin antwortet:

Obwohl der Penis klischeehaft noch immer als die einzige erogene Zone des Mannes gilt, gibt es für Männer tatsächlich mehrere Möglichkeiten, die Lust zu steigern und zum Höhepunkt zu gelangen. Wer also bisher nur sein bestes Stück als den prominentesten Lustbringer ins Liebesspiel einbezogen hat, kann sich von nun an allein oder mit Partner auf die lustvolle Erforschung anderer Regionen begeben.

Wie Julia in ihrer Frage erwähnt hat, sind After, Prostata und Perineum besonders erregbar.
Der After und die Region um das Steißbein, also das Ende der Wirbelsäule, sind extrem gut mit Nerven versorgt. Beim Analverkehr oder dem Spiel mit dem Anus wird dieser Bereich gereizt und derart stimuliert, dass das bei vielen Männern (und auch bei manchen Frauen) zum Orgasmus führen kann. Als besonders angenehm wird dabei die Dehnung des Anus und eine sanfte Massage mit ein oder zwei Fingern erlebt. Diese Massage führt zu einer tiefen Entspannung des sonst permanent kontrahierten Schließmuskels, was an sich schon lustvoll ist. Um den After allerdings optimal stimulieren zu können, empfiehlt sich die Verwendung von Gleitcreme, da dieser Körperteil, im Gegensatz zur Vagina, bekanntermaßen nicht mit natürlicher Gleitflüssigkeit versorgt wird.

Auch zum Liebkosen der Prostata ist Gleitgel durchaus hilfreich. Diese Drüse ist ganz leicht zu finden, wenn man einen Finger in den After einführt und sich in Richtung Harnblase vorantastet. Sie ist daran zu erkennen, dass sie sich beim erwachsenen Mann ähnlich wie eine Kastanie anfühlt. Massiert der Partner oder die Partnerin nun beim Sex die Prostata, so kommt es meist relativ rasch zum Orgasmus.

Das Perineum und der Beckenboden sind für beide Geschlechter gleichermaßen Lustbringer. Oftmals ist der Beckenboden verspannt und so wird schon allein eine Beckenbodenmassage zur Lockerung als angenehm erlebt. Übt man beim Mann in dieser Stelle Druck aus, kann die Erektion dadurch noch verstärkt werden. Darüber hinaus ist das Gebiet zwischen Anus und den äußeren Geschlechtsorganen aber auch mit einer besonders zarten und nervenreichen Haut überzogen, die uns Berührungen als besonders intensiv und angenehm erleben lässt.

Wer trotz all dieser Möglichkeiten den Penis beim Liebesspiel nicht ganz außer Acht lassen möchte, der kann auch an diesem Körperteil einige lohnenswerte Entdeckungen machen. Natürlich lieben es die meisten Männer, wenn der Penisschaft mit unterschiedlichster Intensität massiert und die Eichel liebkost wird, aber auch das Frenulum (oder Penisbändchen) zwischen Eichel und Vorhaut ist nicht zu verachten.

Dann sind da noch die Innenseiten der Oberschenkel, der Po, der Rücken, die Brust(warzen), der Nacken, und, und, und,....
In jedem Fall gibt es beim Sex an sich selbst und am Körper des anderen immer wieder viel zu entdecken und neue, lustvolle Stell(ung)en zu erforschen. Denn ein erquickliches Sexualleben zu haben, ist ein lebenslanger Prozess, in dem es immer wieder Neues auszuprobieren gilt, damit wir bis ins hohe Alter viel Vergnügen an uns selbst und unseren Sexualpartnern haben können.

Wenn auch ihr Fragen oder Anregungen zu den Themen Liebe, Sex und Partnerschaft habt, dann schreibt uns (auch gerne anonym, es muss auch kein ausformulierter Text sein) doch bitte an

Redaktion: Petra Mühr 

www.woman.at