Brigitte Moshammer-Peter aktuelles

Jede Woche beantwortet WOMAN-Sexpertin Brigitte Moshammer eine große FRAGE zum Thema Liebe, Sex und Partnerschaft.

Diesmal: KANN MAN LERNEN, EIN GUTER LIEBHABER ZU SEIN? 

Jessy, 19, fragt:
Immer wieder lese ich, dass man es nicht lernen kann, ein guter Liebhaber oder eine gute Liebhaberin zu sein. Man ist es oder eben nicht. Andererseits wird der Buchmarkt seit Jahren von Ratgebern überschwemmt, die genau das vermitteln. Kann man's also lernen, wie man eine Frau (oder einen Mann) verführt? Wie man gut küsst? Wie man also ein guter Liebhaber wird? Und wenn ja, wie? Klappt das anhand von Büchern oder muss Mann sich durch die Frauenwelt und umgekehrt arbeiten - macht also nur Übung den Meister?
Das sind zwar ein bisschen viele Fragen auf einmal, aber sie gehören ja alle irgendwie zusammen ...


Die Sexpertin antwortet:
Liebe Jessy,
Sexualität zu lernen, ist ein lebenslanger Prozess, der erst dann endet, wenn das Bedürfnis nach Sexualität endet - und das ist bei vielen erst mit dem Tod. Du hast also noch jede Menge Zeit, deine Sexualität zu entdecken und weiterzuentwickeln. Denn guter Sex zeichnet sich nicht dadurch aus, dass möglichst aufwendige und ausgefallene Stellungen aus Ratgebern nachgestellt werden. Guter Sex ist der, in dem eigene Wünsche und Fantasien kommuniziert und gelebt werden können.

Die meisten Liebenden würden nämlich die sexuellen Wünsche ihrer Partner gerne erfüllen, aber es scheitert schlicht daran, dass sie diese nicht kennen. Du kannst deinem Partner oder deiner Partnerin also getrost von deinen sinnlichen Fantasien erzählen. Meist ist die Angst, dass der andere damit nicht umgehen kann, ganz und gar unbegründet. Wenn du darauf vertrauen kannst, dass dein Partner gerne Sex mit dir hat, wird er interessiert auf deine Vorstellungen reagieren und wer weiß: möglicherweise sind es ja sogar die gleichen, die er selbst hat. Falls nicht, ist es aber meistens auch kein Problem, denn nicht jede Fantasie muss real ausgelebt werden, oft reicht schon ein Gespräch darüber, oder das Erzählen von erotischen Geschichten in der diese Fantasie Platz findet.

Möglicherweise weißt du aber auch selbst noch nicht genau, was und wie du es willst. Dann hilft es, dich selbst zu erforschen, Fantasien zu kreieren, dich deinen Träumen hinzugeben und den eigenen Körper kennen zu lernen. Nur wenn du selbst weißt, was du willst, kannst du das deinem Sexualpartner auch mitteilen und hast so eine Chance, deine heißesten Wünsche erfüllt zu bekommen.

Diskretion und Vertrauen sind für guten Sex ein absolutes Muss. Nur wer sich sicher fühlt, kann sich seinem Partner voll und ganz hingeben und sich fallen lassen. Muss allerdings befürchtet werden, dass die intimsten Wünsche und Vorstellungen am Biertisch oder beim Kaffeeplausch zu Lacherfolgen führen, ist es schwer vorstellbar, dass dein Partner oder deine Partnerin dir davon erzählt.

Guter Sex zeichnet sich nicht zuletzt aber auch durch Sicherheit aus. Dazu gehört nicht nur eine verlässliche Empfängnisverhütung, sondern gegebenenfalls auch ein zuverlässiger Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten und dafür sind Kondome nach wie vor unerlässlich.

Wenn auch ihr Fragen oder Anregungen zu den Themen Liebe, Sex und Partnerschaft habt, dann schreibt uns (auch gerne anonym) doch bitte an  - 
Brigitte Moshammer wird eure Fragen beantworten!