Brigitte Moshammer-Peter aktuelles
Die größten Sex Irrtümer
Legenden der Leidenschaft

Die Zeiten, in denen Sex als Tabu galt und man allenfalls hinter vorgehaltener Hand darüber sprach, gehören der Vergangenheit an. Auf kaum einem anderen Gebiet existieren so viele falsche, zum Teil skurrile Vermutungen. Grund genug für WOMAN, gemeinsam mit Sexualtherapeutin Brigitte Moshammer, 42, vom Sexualmedizinischen Zentrum "Venusmed" mit einigen der haarsträubendsten Sex-Vorurteile aufzuräumen.

Irrtum 1: Auf die Länge kommt es an
Kein Maßstab. Eine der - jedoch nur unter Männern - weitverbreitetsten Fehleinschätzungen! Für Frauen ist die Größe des Penis nicht wichtig. Expertin Moshammer: "Da verwechseln manche Männer Penisgröße mit Potenz. Alle für den Sexualakt oder Orgasmus wichtigen Regionen befinden sich, wie die weibliche Klitoris - der sensibelste Punkt der Frau -, außerhalb oder im ersten Drittel des Scheideninneren. So gesehen reicht eine im erigierten Zustand erreichte Penislänge von etwa acht bis zehn Zentimetern zur Stimulation völlig aus. Und das schafft wohl so gut wie jeder Mann."

Irrtum 2: Frauen sind treuer als Männer
Wunschdenken. Frauen gehen genauso oft oder selten fremd wie Männer - auch wenn es die Herren der Schöpfung nicht wahrhaben wollen. Schließlich sind die wenigsten Seitensprung-Partnerinnen Single. "Die uralte Geschichte, dass Männer ihren Samen möglichst weit streuen müssen und aus diesem Grund nicht treu sein können, ist schlichtweg falsch. Erwiesen ist zum Beispiel, dass in Österreich etwa acht Prozent der Geburten sogenannte Kuckuckskinder sind, also nicht vom eigenen Partner gezeugt wurden."

Irrtum 3: Dreimal Sex pro Woche ist gut
Kein Wettbewerb! Der Sexualakt ist ganz sicher keine olympische Disziplin - vielmehr geht es bei der Erotik um Qualität vor Quantität! Durch regelmäßig veröffentlichte Studien, wie oft ein Paar Sex haben sollte und welche Anzahl "normal" oder "guter Durchschnitt" ist, lassen sich Partner, die ein für beide zufriedenstellendes Liebesleben haben, leider immer wieder irritieren. "Eine Norm für die Häufigkeit des Sexualaktes aufzustellen ist unsinnig, denn das Bedürfnis nach Sexualität hängt sehr von der eigenen Befindlichkeit und der momentanen Paardynamik ab."

Irrtum 4: Pornos machen nur Männer an
Artcore statt Hardcore. Richtig ist, dass Frauen den althergebrachten Pornofilmen aus den Ingredienzien "mäßige Darstellerinnen, Frauen sind Objekte, keine Handlung, billige Aufmachung" wenig abgewinnen können. "Der Großteil der Pornofilme ist von Männern für Männer gemacht. Es gibt jedoch in speziellen Sexshops für Frauen auch solche Filme, die auf die speziellen Bedürfnisse und Vorlieben von Frauen eingehen. Diese Filme zeigen mehr Handlung, sind sinnlicher und weniger aggressiv als herkömmliche Produktionen."

Irrtum 5: Nur Männer mögen Sexy Dessous
Reizvoll. Beinahe 50 Prozent der Österreicherinnen tragen vor dem Liebesakt heiße Wäsche - und das nicht auf ausdrücklichen Wunsch des Partners, sondern weil sie sich selbst darin erotisch fühlen. "Ob das nun Strapse und Stringtangas sind oder seidige Pants, unterliegt persönlichen Vorlieben. Um zu erfahren, was beiden gefällt, geht man am besten gemeinsam ins Wäschegeschäft!"

Irrtum 6: Frauen mögen nur Kuschelsex
Auf die Mischung kommt's an. Wer isst schon gern jeden Tag seine Lieblingsspeise? Beim Sex also stets Kuschelrock, Kerzenschein und sinnliche Ganzkörpermassage? Das wird auf Dauer langweilig! Manchmal wollen Frauen einfach nur guten Spontansex. "Auch wenn Frauen grundsätzlich vielleicht eine etwas andere Art der Sexualität bevorzugen - meistens sind ihre Vorlieben weniger aggressiv -, sind sie Experimenten gegenüber oft sehr aufgeschlossen, wünschen sich immer wieder mal was Neues und vor allem Abwechslung."

Irrtum 7: Männer können und wollen immer
Allzeit bereit. Nicht nur falsch, sondern schlichtweg Unsinn. Männer sind keine Maschinen und fühlen sich auch gar nicht wohl bei dem Gedanken, immer und überall ihren Mann stehen zu müssen. "Fast jedem ist es schon passiert: Die Lust ist da, die Stimmung passt - und plötzlich bleibt die Erektion aus." Wahr ist, dass die Reizschwelle bei Männern niedriger ist als bei Frauen, um stimuliert zu werden. "Es gibt für Männer jedoch genauso viele Gründe, keine Lust auf Sex zu haben, wie für Frauen. Stress, Gesundheitszustand oder Probleme wirken sich auch auf Männer lustmindernd aus."

Irrtum 8: Für Frauen gibt es keinen Sex ohne Liebe
Keine Bedingung. Sex kann auch ohne Liebe sehr viel Spaß machen. "Denken wir an One-Night-Stands nach einer Disconacht. Oft ist der Grund für Sex einfach nur Lust. Fakt ist jedoch, dass Liebe Sex besser und intensiver macht. Manche Frauen definieren sich auch über ihre Sexualität. Für die ist es dann nicht so wichtig, eine geliebte Person zu finden, sondern möglichst viele verschiedene Partner zu haben."

Irrtum 9: Männer denken im Bett immer an andere Frauen
In Gedanken. In den meisten Fällen denken Männer beim Sex an jene Frau, mit der sie im Moment zusammen sind. "Natürlich kommt es vor, dass sich Männer, aber auch Frauen beim Sex einer Fantasie hingeben, in der fremde Personen vorkommen. Das hat aber selten mit mangelnder Liebe zu tun, viel eher mit Träumen und dem Wunsch nach Abwechslung - zumindest in Gedanken!"

Irrtum 10: wie Die Nase des Mannes ...
... so sein Johannes. Weder die Länge der Nase noch die Größe von Händen oder Füßen steht in einem Zusammenhang mit der Penisbeschaffenheit. "Kaum zu glauben, dass es über diesen Spruch ernsthafte Studien gab! Das Ergebnis war immer eindeutig: Zwischen Riech- und Geschlechtsorgan besteht kein wissenschaftlicher Bezug!"

Irrtum 11: Stark behaarte Männer sind besonders potent
Echt haarig. Es gibt keinerlei Verbindung zwischen Haarmenge und Potenz - auch wenn der Bartwuchs des Mannes ein sekundäres Geschlechtsmerkmal darstellt. "In den letzten Jahren sind Körperhaare bei vielen überhaupt aus der Mode gekommen, und eine ganze Reihe von Frauen findet das erotisch!"

Irrtum 12: Männern geht nichts über große Brüste
Frühzeitliches Denken. "Früher waren große Brüste sowie ein breites Becken Symbol für Fruchtbarkeit" - Merkmale, die schon längst nicht mehr diese Bedeutung haben. Für die meisten Männer gilt heute: "Eine Hand voll ist genug." Viel wichtiger sind ihnen Form, Straffheit und vor allem, dass die Brüste zur betreffenden Frau passen!

Irrtum 13: Frauen brauchen langes Vorspiel
Abwechslung ist angesagt. Ja, Frauen lieben ein fantasievolles und erotisches Vorspiel - und oft geht es ihnen mit dem Geschlechtsverkehr gar zu hurtig. Von "brauchen" ist jedoch keine Rede. "Frauen sind durchaus auch für eine schnelle Nummer zu haben und finden das aufregend!"

Irrtum 14: Männer finden nur schlanke Frauen erotisch
Models nicht gefragt! Männer mögen weibliche Körper und lieben Frauen, die Genuss ausstrahlen - und das ist unabhängig von Körpergewicht und Konfektionsgröße. "Die berühmten paar Kilo zu viel stören uns Frauen oft mehr als unsere Sexualpartner. Und so wie Frauen nicht jeden Männertyp attraktiv finden, stehen auch Männer auf unterschiedliche Frauentypen."

Irrtum 15: Frauen haben generell weniger Lust auf Sex
Verschiedene Phasen. "Was die Lust betrifft, unterscheiden sich Frauen kaum von Männern. Ihnen fällt es aber (noch immer) oftmals schwer, ihr Begehren zu leben und die Lust auch kundzutun. Männer sind da mutiger." Und: Frauen empfinden oft ein anderes Verlangen als Männer, das aber keineswegs geringer, sondern komplexer ist. Zudem unterliegen sie in jedem Monatszyklus den hormonell bedingten Schwankungen.

Irrtum 16: Muskelmänner sind attraktiver
Keine Bodybuilder! Es gibt viele Frauen, die auf Muskelprotze abfahren - und mindestens ebenso viele, die Intelligenz oder Humor für wesentlich wichtiger erachten. "In sehr archaischen Denkmustern sind körperliche Eigenschaften bedeutsam. Heute legen Frauen auf vielschichtigere Eigenschaften Wert."
(Quelle: www.news.at)